„Man sollte nicht im Möglichen beginnen, sondern im Unmöglichen ansetzen.“

Imagination von Heinz Grill vom 14. Oktober 2022

Wenn wir diese zukunftsweisende Idee hören oder lesen, erleben wir uns im Inneren positiv angeregt und sicherlich auch zu einem gewissen Maße herausgefordert. Vielleicht steigen aus unserem Gemüt Reaktionen auf, wie z.B. ein Erstaunen über diesen gewagten Gedanken oder die Frage
„Wie soll das möglich werden?“ .

Heinz Grill hat die oben zitierte Imagination während eines Seminars mit dem Thema „Zukunftsperspektiven und Grundlagen für Projektarbeit“ gesprochen. Es stellte sich gleich zu Beginn für alle Anwesenden die Frage: Von wo sollen Ziele und Projekte ausgehen?

Eine Möglichkeit, sich dieser Imagination anzunähern ist, die Begriffe „das Mögliche“ und „das Unmögliche“ mit geeigneten Fragen und differenzierender Unterscheidung zu bewegen. Man kann auch in den Werken anderer Autoren und Philosophen nachsehen, wie diese Begriffe dort eingesetzt werden. (1.)

Das Mögliche verwenden wir meistens für etwas, das uns bereits bekannt ist. (Etymologisch wird dieser Begriff seit ca. dem 13. Jahrhundert verwendet: mittelhochdeutsch: „mügelich“, „was geschehen kann“.) Ich könnte sofort viele Beispiele anführen, wo ich sagen kann: „Ja, das ist mir möglich.“, „Die Möglichkeit besteht sicherlich, dass …“. Das Mögliche kennen wir als etwas aus unseren bisher persönlich gemachten Erfahrungen und auch als etwas das in unserem Umfeld bereits existiert. Setzen wir unsere Ziele im Möglichen an, bleiben wir gewissermaßen bei diesen gewohnten bisherigen Erfahrungen und auch bei unseren genetischen Anlagen.

Ganz anders aber spricht sich zu uns der Begriff „das Unmögliche“ aus. Sicherlich kennt jeder die umgangssprachlich verwendete, scharf ablehnende Reaktion: „Das kann ich nicht, das ist ja unmöglich!“ Oder „Unmöglich, das geht gar nicht!“. Das, was wir als unmöglich, fremd, neu und damit nicht realisierbar erleben, lehnen wir oftmals kategorisch ab. Richten wir jedoch unsere Zielperspektive mutig auf das noch Unbekannte und das noch nicht für möglich Gehaltene, ergeben sich grenzüberschreitende Entwicklungsschritte. Es wird uns damit auch ein schöpferisches Potenzial, das im Unmöglichen wartet, für die Umsetzung zuteil.

Wo finde ich das Unmögliche und wie kann es sich realisieren?

Das folgende Zitat von J. W. v. Goethe kann hier meines Erachtens weiterhelfen:

“In der Idee leben heisst,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.”

Die Idee, von der Goethe hier spricht, können sinnvolle Gedanken oder auch Imaginationen sein, die eine universale Qualität in sich tragen. Damit richten wir unsere Aufmerksamkeit und Zielausrichtung zu einer höheren geistigen Dimension und neuen Qualität aus. Mit Konzentrations- und Meditationsarbeit treten wir zu diesen Gedanken ausdauernd in Beziehung und mit Hilfe der geistigen Hierarchien entsteht zu dem ausgewählten Ideal ein wachsendes lebendiges Beziehungsfeld.

Somit kann man sagen, dass an sich jeder Mensch die notwendige seelische Anlage besitzt und sich in den Fähigkeiten schulen kann, für seine Umgebung, für die Mitmenschen und für die nachtodliche Welt universale geistige Werte anzustreben, um das bisher Unmögliche in das irdisch Mögliche zu führen.

1.) Siehe auch hierzu die Seelenübung Nr. 4, aus dem Buch „Übungen für die Seele“ von Heinz Grill: „Die Annäherung an die energetische, seelische und geistige Substanz von Begriffen“

Eine Ausarbeitung von Irmgard Lindner

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