Prof. Dr. Sucharit Bhakdi und die Schönheit ein Fachgebiet für andere sachlich darzustellen

Eine große Schönheit liegt in der menschlichen Fähigkeit, ein Thema oder einen Fachbereich sachlich und fachkundig so zu durchdringen und zu bearbeiten, dass man es anderen frei vermitteln oder zur Verfügung stellen kann.

Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi

Im Zuge der Debatte um Angemessenheit oder Unangemessenheit der Coronamaßnahmen trat schon bald eine Persönlichkeit ins Licht der Öffentlichkeit: Professor Sucharit Bhakdi, 73 Jahre alt, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, langjähriger Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Rechtsanwalt Markus Heintz

Eine andere jüngerPersönlichkeit aus einem ganz anderen, nämlich dem juristischen Fachbereich, zog in letzter Zeit ebenfalls viel anerkennende Aufmerksamkeit auf sich. Es handelt sich um Markus Haintz, der beispielsweise in einem öffentlichen Youtube-Video den rechtlichen Hintergrund zur Maskenpflicht schildert und damit allen Betroffenen die Möglichkeit gibt, zu erkennen und eigenständig zu entscheiden, wie sie rechtlich in Bezug auf die Maskenpflicht reagieren können und dürfen. Die Rechtslage zu Corona, die momentan mehr oder weniger verschwiegen wird, und die jedem Menschen jedoch zu eigen ist, wird durch ihn auf die umstrittenen  Coronamaßnahmen angewendet und öffentlich gemacht.

Die Schönheit etwas nach außen fachlich und sachlich darzustellen

Sucharit Bhakdi ist, wie erwähnt, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Professor für Immunologie, Markus Haintz ist Rechtsanwalt. Beide sind kompetente Fachpersonen in ihren Bereichen und dennoch ist ihre Sprache dergestalt, dass jeder Mensch sie versteht, die Zusammenhänge erfassen kann, sich neue Erkenntnisse und Möglichkeiten eröffnen und letztendlich allen Menschen mit ihren Worten ein Handwerkszeug übergeben wird, wie sie mit der konkreten Situation umgehen können. Am 21.8.2020 nahm Sucharit Bhakdi am 21.8.2020 an einem Ärztekongress in Ungarn teil. Link zum aufgezeichneten Vortrag:

https://t.me/bitteltv/1727

Dort trafen sich Ärzte und Laien, um über Covid 19 zu diskutieren. Bhakdi hielt dort einen Vortrag über Immunologie und Impfung für alle Anwesenden, Ärzte, Fachpersonen und Laien. Diese beiden Personen geben nicht nur bloße Informationen wieder, sondern sie stellen anderen ihre Erkenntnisse zur Verfügung. Auch greifen sie mit ihren Worten nicht andersdenkende Personen und deren Standpunkte an, vielmehr stellen sie ihre Überlegungen und Forschungen anderen Aussagen gegenüber. Diese Fähigkeit, für andere etwas darzustellen, ihnen etwas anzubieten und nach außen zu kommunizieren, ist eine außerordentlich schöne Fähigkeit. Sie umfasst alle Menschen und zeigt sich in einer großen Offenheit und Kommunikationsfähigkeit. Sie weist keinen Menschen zurück, schließt niemanden aus und schimpft auch nicht über unsachliche Äußerungen, sondern sie stellt den Mitmenschen ein regelrechtes Handwerkszeug zur Verfügung. Auch auf weiteren Vorträgen verfolgt Sucharit Bhakdi das Anliegen, über die Funktionen des Immunsystems verständlich an alle Menschen zu vermitteln. Einen einfachen, interessanten und sehr wesentlichen Gedanken über das Immunsystem schildert er zum Beispiel auf seinem Vortrag in Kiel. Das Immunsystem im Körper sorgt dafür, dass vom Virus befallene Zellen getötet werden. Eine Impfung selbst kann hingegen gar nicht immer helfen, wenn der Virus in größerer Zahl auftritt. Herr Bhakdi warnt davor sich dauernd schützten zu wollen, er  vergleicht dies mit Tieren in Massentierhaltungen, die dann so schwach und anfällig werden, dass ein ungefährlicher Virus genau dann dazu führt, dass man erst sehr krank werden kann. Daraus folgt für mich als Zuhörer die Schlussfolgerung: Auf was vertraue ich wirklich? Ist es nicht für mich am sinnvollsten, dass ich mein Immunsystem stärke, statt auf eine Impfung zu hoffen und zu vertrauen? Ist es gar nicht gut nach dem Muster des -mich- Schützen-Wollens – aus Angst heraus zu handeln?

Sucharit Bhakdi wie auch Markus Haintz treten öffentlich auf. Sie haben keine Scheu, sich Gesprächen zu stellen.Professor Bhakdi beispielsweise scheute nicht die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden, er begrüßte es im Gegenteil, als er erfuhr, dass auf der Tagung in Budapest die meisten Menschen nicht seiner Meinung seien, weil er im Gespräch die Möglichkeit einer fachlichen Auseinandersetzung sieht. Die Fähigkeit, einen Bereich für andere so zu gestalten, dass man diese Personen erreicht und sie etwas lernen können, führt die Menschen in Beziehung und Verbindung. Es drückt sich darin die Fähigkeit des Menschen aus, sich schöpferisch, gedanklich mit einem Inhalt so zu beschäftigen, dass dieser die ganze Person durchdringt und durchstrahlt und sich letztlich dieser Inhalt mit dem Menschen verbindet. Einen Inhalt, eine Sache so darzustellen, dass sie für andere lebendig, authentisch, wahrhaftig wird, verbindet Menschen und schafft Kultur. Diese Fähigkeit drückt einen schönen und authentischen Charakter aus.

Wie äußert sich hingegen der Mangel an Schönheit?

Das Gegenbild, das Hässliche entsteht, wenn Menschen andere Menschen subjektiv abwerten, bewerten, verurteilen und polemisch zurückdrängen. Darin liegt keine Schönheit. Aussagen wie „Esoteriker will man hier nicht hören“ oder „das sind Aluhutträger“ oder „das sind die Verschwörungstheoretiker“ sind keine sachlichen und konkreten Aussagen, sondern sie sind gegen den Menschen gerichtet und zugleich pauschal. Derartigen Aussagen liegt zugrunde, dass sie sich direkt gegen die Person richten, den Menschen ausschließen, beleidigen und angreifen. Subjektive Aburteilung ist letztendlich von einer Hässlichkeit gezeichnet, und oft wird sie gerade jenen Menschen gegenüber getätigt, die für andere Menschen einen Zusammenhang oder ein Fachgebiet, das sie erforscht und erarbeitet haben, klar und öffentlich darstellen. Wie die aktuelle Zeit zeigt, müssen meist gerade jene Menschen, die selbst die Schönheit entwickelt haben, Inhalte sachlich an andere zu vermitteln, diese hässliche Haltung ertragen. Sucharit Bhakdi als „Schwafler“ oder „Wichtigtuer“ zu bezeichnen, geht über eine gewöhnliche Beleidigung hinaus, denn mit derart abwertenden Äußerungen werden seine Forschungen im Bereich der Immunologie, seine Wissenschaftlichkeit, sein Ethos wie auch sein Professorenstatus ausgeklammert, er wird auf pauschale Weise in seiner Person beleidigt und angegriffen. Es wird nicht dem Thema auf der Sachebene gegenüber getreten. Gerade jene Menschen, die heute den Mut haben, sich individuell öffentlich zu äußern oder eine Erkenntnis zu kommunizieren, die anderen hilfreich ist, fordern im Grunde uns alle heraus, dass wir lernen, uns an fachlichen Gesprächen sachlich zu beteiligen.

Etwas überspitzt formuliert könnte man sagen, wenn jemand persönlich beleidigt wird, kann man es als Zeichen werten, dass dieser etwas zu sagen hat und Inhalte erarbeitet hat und sie in Schönheit für andere darstellen und vermitteln kann. Und gerade deshalb wählt der, der beleidigt oder abwertet nicht den fachlichen Weg des Gesprächs. Der Angriff auf einzelne Personen ist heute Normalität in unserer Gesellschaft geworden. Es gibt sogar schon eigene Internetseiten wie psiram oder Chiemgau Gemseneier , die wie öffentliche Personenregister Menschen oder Weltanschauungen auflisten und mit unkonkreten Schlagworten Angst oder Unsicherheit erzeugen, eine sachliche Auseinandersetzung zur Person selbst aber meiden. Liest man nun diese Seiten und vergisst, dass hinter diesen Emotionen schührenden Worten, menschliche Haltungen stehen, und stellt man sich nicht die Frage, was ist das für ein Mensch, der so etwas schreibt? , kann es nur all zu schnell geschehen, dass man dieser polemischen Haltung wie gesteuert nachfolgt. Man wird dann durch polemischen Haltungen selbst zum Polemiker gemacht und es kann passieren, dass man gegenüber Menschen, die man selbst nie gesehen hat, und nicht kennt, ein “Bild” in sich eingepflanzt bekommt, dass einen gegen oder für (den Schreiber) jemanden stimmt.

Wie kann ich letztlich als außenstehender Beobachter den schönen Haltungen begegnen? Entweder finde ich sie schön und erkenne etwas Vorbildhaftes, eine Kunst einer Haltung in ihnen, nach dem auch ich selbst streben möchte – oder aber ich halte der Konfrontation mit diesen Menschen nicht stand und gehe genau deshalb persönlich gegen sie vor, weil ich im Innersten selbst den Schritt nicht wage, mich mit der Fähigkeit, Inhalte für andere ausarbeiten zu können, zu konfrontieren. Dann wird es mir schwerfallen, das Schöne in einem anderen Menschen anzusehen, ich werde dem anderen die Schönheit nicht zugestehen. Das Hässliche entsteht wie als Folge der Verweigerung, selbst zum Schönen werden zu wollen. Interessant ist, dass „Polemik“ vom Griechischen  pólemos (πόλεμος) kommt, und mit ‘Krieg, Kampf, Schlacht übersetzt wird. Welche Rolle spielt Polemik vielleicht für die Frage von Krieg und Frieden auf der Welt? Das ist eine Frage, die wohl neue Themen eröffnen könnte.

Es wäre von hohem Wert, wenn Menschen, die in öffentlichen Bereichen z.B. in Bildungseinrichtungen arbeiten, diese blockierenden Polemiken richtig erkennen könnten und einen Umgang damit finden. Beleidigungen schwächen nicht nur die Betroffenen, sondern sie haben insgesamt eine trennende Wirkung für die gesamte Gesellschaft und behindern eine freie, würdevolle und wahrhaft schöne Kommunikation und Kultur. Die Beurteilung und Einordnung von Aussagen wie auch das Erkennen von subjektiven, unsachlichen und unwahren Bemerkungen über andere Menschen ist in dieser Hinsicht ein sehr wichtiges Kriterium für Kultur und Bildung. Dies möchte in einem der nächsten Beiträge näher untersuchen.

Magdalena Leicht