Dialektik, Schulung des logischen Denkens, Philosophie

In der heutigen Zeit, ganz besonders in der Corona-Krise, ist zu beobachten, wie die Dialogbereitschaft und die Fähigkeit ein Phänomen von verschiedensten Seiten zu erforschen fast gänzlich entschwunden ist und in der wachsenden Polarität gravierende Spaltungen in der Gesellschaft sich abzeichnen. Dialog würde die Fähigkeit bedeuten, sich zunächst gegenseitig ganz auf den Gedanken des anderen einzustellen, seine Position kennen zu lernen und damit in Beziehung zum Anderen zu treten. Ebenso ist es erst möglich in einen Dialog zu treten, wenn die verschiedensten Aspekte einer Sache von den verschiedenen Seiten her angeschaut wurden. In diesem Studienfach wird diese Fähigkeit des objektiven Ansetzens im Außen intensiv praktiziert. Sie stellt auch eine Grundvoraussetzung für jegliches Lernen dar und schult sehr konkret ein logisches Denken. Dieses ist ebenso notwendig für jede tiefere Erkenntnisbildung sowie für die Entwicklung eines geistigen Schauvermögens.

Lehrplan für den Teilbereich Textarbeit

1. Die wesentlichste Bedeutung des richtigen Lesens von spirituellen oder philosophischen Texten liegt in der Freisetzung ihrer inneliegenden geistigen Substanz und der Erzeugung heilsamer sogenannter Ätherkräfte, die damit für die irdische und auch geistige Welt geschaffen werden.

2. Das Lesen fördert eine wachsende Beziehungsfähigkeit im Leben und fördert die soziale Integrität des Menschen.

3. Textarbeit in einem objektiven Sinne fördert Heilwirkungen für das Nervensystem und das Immunsystem

4. Textarbeit ist ein Erforschen des tiefer liegenden Motivs und innerer Substanz in einem Text.

5. Die Entwicklung von Kriterien für das Lesen und ihre Bedeutung und Notwendigkeit.
Beispielsweise: Logischer Aufbau der Gedanken, klare sachliche Aussagen, die eine gute Vorstellungsbildung ermöglichen, fehlende Zusammenhänge und Bezüge, fehlende Informationen, beschreibend oder wertend und moralisierend.

6. Lesen verschiedener Texte

  • Lesen von spirituellen und philosophischen Texten
  • Lesen von verschiedenen spirituellen Texten zur Unterscheidung der inneliegenden Substanz
  • Lesen von suggestiven Texten und Neuformulierung mit klaren nicht suggestiven Aussagen
  • Studium von Texten von Politikern und anderen.

7. Grundlegende Schritte, die das Lesen aller Texte erfordert.
Der Studierende schult sein Bewusstsein dahingehend, eine objektive Anschauung zu den Aussagen eines Textes herzustellen. Zwischen Leser und Text besteht eine klare Trennung. Die eigenen Gefühle, Stimmungen, Sympathien oder Antipathien nimmt er wahr, unterscheidet sie vom Text und hält sie als nicht zum Text gehörig zurück, damit sie sich nicht mit dem Text vermischen.

Beim Lesen handelt es sich um eine Beziehungsaufnahme zum Text und zum Autor des Textes. Der Text ist nicht vom Menschen, der ihn verfasst hat zu trennen.

Die gelesenen Worte werden beim Lesen in einer wachen Bewusstseinsaktivität gedacht und gedanklich neu erschaffen. Der Text wird vom Leser neu belebt.

Der Leser erfasst die Hauptgedanken in dem Text und benennt sie ohne jedoch deren Aussage zu verfälschen.

Der Studierende baut klare Vorstellungen zum Text auf.

Nach einer ausreichenden Anschauungs- und Vorstellungsbildung zu den Aussagen interpretiert er den Text dahingehend, welchen Wert er den Gedanken beimisst, ob er sie für brauchbar für ein aufbauendes und gesundheitsförderliches Sozialleben und für die aktuelle Weltsituation erachtet. Er bezieht damit eine eigene individuelle Stellung aus seinem Ich zu dem Gelesenen, ohne dieses zu verfälschen.

Als weiteren Schritt nach intensiverer Anschauungsbildung denkt der Studierende das Gelesene eigenständig weiter bis in die sozialen Lebensbezüge hinein und schließlich überlegt er, wenn ihm die Inhalte brauchbar und wertvoll erscheinen, wie er diese durch seine eigene Aktivität und Arbeit für das soziale und berufliche Leben verfügbar machen kann.